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Restaurantmanagement

Personalhygiene und Küchenhygiene: die Regeln, die drei Hygienebereiche und der Reinigungsplan zum Übernehmen

Alle Regeln zur Personalhygiene: blaues Pflaster, Schmuck, Händewaschen. Dazu die drei Hygienebereiche und ein Muster-Reinigungsplan zum Übernehmen.

Von John Guerrero · 14 Min. Lesezeit
Ein Koch wäscht sich gründlich die Hände mit Seifenschaum an einem Edelstahl-Handwaschbecken in einer Profiküche

Der erste Morgen eines neuen Azubis in Ihrer Küche: Er steht pünktlich vor der Tür, stolz auf seine neue Kochjacke, aber mit lackierten Nägeln, einer Armbanduhr am Handgelenk und dem Handy griffbereit in der Jackentasche. Sie schütteln den Kopf, vielleicht ärgern Sie sich. Doch halten Sie einen Moment inne: Es ist nicht sein Fehler. Es hat ihm noch niemand erklärt, warum diese Dinge in einer Profiküche nichts verloren haben. Er kommt nicht aus der Gastronomie, sondern aus dem Leben, und dort sind lackierte Nägel, Schmuck und ein erreichbares Telefon normal. Ihre Aufgabe als Küchenchef oder Restaurantleiter ist es, ihn nicht anzuklagen, sondern zu unterweisen – klar, geduldig und mit einem System, das jeder versteht.

Die gute Nachricht: Sie müssen dafür kein Regelwerk auswendig lernen, das sich wie ein medizinisches Lehrbuch anhört. In der Lebensmittelhygiene unterscheidet man drei Hygienebereiche – Personalhygiene (der Mensch: Hände, Kleidung, Gesundheit), Lebensmittelhygiene (der Umgang mit dem Produkt: Temperaturen, Trennung, Frische) und Betriebshygiene (Räume und Geräte: Reinigung, Desinfektion, Schädlingsprophylaxe). Diese Ordnung in drei Bereichen ist Ihr roter Faden, durch die Küche, durch die Schulung neuer Mitarbeiter und durch jede Begehung mit dem Gesundheitsamt. Sie sortiert das Chaos der vielen kursierenden Zahlenlisten – 5, 6 oder 10 Regeln, 3 Säulen, 7 Arten – die fast alle aus der Pflege und der Medizin stammen und für die Küche schlicht nicht gemacht sind. In den nächsten Abschnitten vertiefen wir die Personal- und die Betriebshygiene, geben Ihnen eine Tabelle mit den wichtigsten Regeln für Ihr Team und einen Reinigungsplan, den Sie direkt übernehmen können.

Die drei Hygienebereiche: Personal, Lebensmittel, Betrieb

Wer die vielen kursierenden Zahlenlisten (5, 6 oder 10 Regeln, 3 Säulen, 7 Arten) sortieren will: Die meisten stammen aus der Pflege und der Medizin – für die Küche ist die Ordnung in drei Bereichen die brauchbare. Personalhygiene betrifft den Menschen, der mit Lebensmitteln arbeitet: Hände, Kleidung, Gesundheit. Lebensmittelhygiene umfasst den Umgang mit dem Produkt selbst – Temperaturen einhalten, rohe und verzehrfertige Ware trennen, Frische prüfen. Betriebshygiene schließlich kümmert sich um Räume und Geräte: Reinigung, Desinfektion und die Prophylaxe gegen Schädlinge. Diese drei Bereiche greifen ineinander wie die Zahnräder einer Maschine; keiner funktioniert ohne die anderen.

Warum ist diese Einteilung so wichtig? Weil sie Ihnen hilft, Verantwortlichkeiten klar zuzuordnen. Wenn ein Kontrolleur nach der Reinigung der Arbeitsflächen fragt, sprechen Sie über Betriebshygiene. Wenn er nach dem Umgang mit rohem Hähnchen fragt, ist die Lebensmittelhygiene das Thema. Und wenn er nach dem Zustand der Hände Ihrer Mitarbeiter schaut, wissen Sie, dass die Personalhygiene im Fokus steht. Diese klare Struktur erleichtert nicht nur die tägliche Arbeit, sondern auch die Dokumentation und die Schulung neuer Kollegen. Sie können jedem neuen Teammitglied ein Blatt mit den drei Bereichen geben und sofort einen Überblick verschaffen, was von ihm erwartet wird.

Die kursierenden Zahlenlisten aus der Pflege – etwa die „5 Momente der Händehygiene“ oder die „7 Arten der Reinigung“ – haben ihren Ursprung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Dort gelten andere Risiken, andere Arbeitsabläufe und eine andere Klientel. In der Küche haben Sie es mit Lebensmitteln zu tun, nicht mit Patienten. Deshalb ist es nicht nur erlaubt, sondern sinnvoll, diese Listen zu ignorieren und sich auf die drei Bereiche zu konzentrieren, mit denen die Lebensmittelhygiene in der Praxis arbeitet. Das schafft Klarheit im Kopf und vermeidet Verwirrung, wenn Sie Ihr Team schulen.

In diesem Artikel vertiefen wir die Personal- und die Betriebshygiene. Die Lebensmittelhygiene – also Temperaturen, Kühlkette, Trennung von rohen und verzehrfertigen Lebensmitteln – ist ein eigenes großes Thema, das wir hier nur am Rande streifen, wenn es um die Händehygiene zwischen verschiedenen Arbeitsgängen geht. Wer die drei Bereiche verinnerlicht hat, wird feststellen, dass viele vermeintlich getrennte Regeln plötzlich logisch zusammenhängen: Der blaue Pflasterverband gehört zur Personalhygiene, die Reinigung der Schneidebretter zur Betriebshygiene, und die Trennung von rohem Fleisch und Salat zur Lebensmittelhygiene. Alles ist miteinander verbunden, und die drei Bereiche sind das Gerüst, das alles trägt.

Personalhygiene: die Regeln, die jeder im Team kennen muss

Die Personalhygiene ist der wichtigste Baustein der Lebensmittelsicherheit, denn der Mensch ist der häufigste Überträger von Keimen – und gleichzeitig der Bereich, der am leichtesten zu kontrollieren ist, wenn die Regeln klar kommuniziert werden. Die folgende Tabelle fasst die acht wichtigsten Regeln für den Küchenalltag zusammen, die Sie jedem Mitarbeiter an die Hand geben können, vom Azubi bis zum Sous-Chef.

BereichDie RegelWarum
Händewaschen bei Arbeitsbeginn, nach jeder Pause, nach dem Toilettengang, zwischen roh und verzehrfertigdie Hände sind das wichtigste Werkzeug und der häufigste Überträger
Fingernägelkurz, sauber, unlackiert, keine künstlichen Nägelunter Lack und Kunstnägeln sammeln sich Keime unsichtbar
Arbeitskleidungsauber, hell, nur im Betrieb getragen, Straßenkleidung getrennt aufbewahrendie Kleidung bringt sonst die Straße in die Küche
KopfbedeckungHaare vollständig bedecktHaare tragen Keime und gehören nicht ins Essen
Schmuck und Uhrenablegen, auch Eheringeunter Schmuck bleibt die Haut feucht und ungewaschen; Steine und Glieder sind Keimnester und Fremdkörperrisiko
Wundenwasserdicht abdecken, mit blauem, detektierbarem Pflasterblau, weil kein Lebensmittel blau ist: ein verlorenes Pflaster fällt auf
Krankheitwer Durchfall, Erbrechen oder eitrige Wunden hat, arbeitet nicht mit offenen Lebensmitteln und meldet es der Küchenleitungdie Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz gehört zum Onboarding
Essen, Trinken, Rauchennur in den vorgesehenen Bereichen, nie am ArbeitsplatzHandkontakt zum Mund macht die Hände zum Überträger
Die Hand eines Kochs mit einem leuchtend blauen wasserdichten Pflaster am Finger auf einer Edelstahl-Arbeitsfläche
Blau, weil kein Lebensmittel blau ist: Fällt das Pflaster ab, sieht man es sofort — auf dem Brett, im Topf, auf dem Teller.

Die Regel mit dem blauen Pflaster ist eine der anschaulichsten im ganzen Regelwerk. Blau ist eine Farbe, die in natürlichen Lebensmitteln kaum vorkommt – weder in Fleisch, noch in Gemüse, noch in Saucen oder Backwaren. Wenn also ein Pflaster von einem Finger rutscht und in einen Topf oder auf ein Schneidebrett fällt, fällt es sofort auf. Ein hautfarbenes Pflaster dagegen kann übersehen werden, und ein Gast könnte es im Essen finden – ein Albtraum für jeden Betrieb. Deshalb gehören wasserdichte, blaue Pflaster in jede Profiküche. Sie sind in jeder Apotheke und im Sanitätsfachhandel erhältlich — und in den Erste-Hilfe-Kasten Ihrer Küche.

Der Schmuck ist ein zweites heikles Thema, besonders der Ehering. Viele Mitarbeiter argumentieren, sie hätten ihren Ring seit der Hochzeit nie abgelegt, und sie könnten ihn unmöglich abnehmen. Doch gerade unter einem Ring sammeln sich Feuchtigkeit, Hautschuppen und Keime, die sich beim Händewaschen nicht entfernen lassen. Der Ring wird zur Keimschleuder, die bei jedem Kontakt mit Lebensmitteln mitwäscht. Dasselbe gilt für Armbanduhren, Armbänder und Halsketten. Sie alle sind Fremdkörperrisiko: Ein loses Glied oder ein Stein kann in die Speise fallen und einen Gast verletzen oder einen Zahn beschädigen. Die Regel ist daher klar: Aller Schmuck kommt ab, bevor die Kochjacke angezogen wird. Eine Ausnahme gibt es nicht, auch nicht für den Ehering.

Händewaschen und Handschuhe: das Werkzeug Nummer eins

Richtiges Händewaschen ist die einfachste und wirksamste Maßnahme, um Keime von Lebensmitteln fernzuhalten – und sie dauert nur zwanzig Sekunden. Die Technik ist schnell erklärt: warmes Wasser, Flüssigseife aus dem Spender, mindestens zwanzig Sekunden lang gründlich einseifen, dabei auch die Fingerzwischenräume, die Daumen und die Handgelenke nicht vergessen, dann abspülen und mit einem Einmalhandtuch abtrocknen. Das Einmalhandtuch ist wichtig, denn ein Stoffhandtuch, das den ganzen Tag hängt, wird selbst zum Keimträger. Warmluft-Händetrockner verwirbeln Keime in der Luft; Einmalpapier ist die hygienischere Wahl.

Wann müssen Sie sich die Hände waschen? Immer dann, wenn Sie mit Lebensmitteln arbeiten, aber auch nach jeder Unterbrechung. Der klassische Moment ist der Toilettengang – selbstverständlich. Aber auch nach dem Niesen, dem Husten, dem Berühren der eigenen Haare oder des Gesichts, nach dem Umgang mit rohem Fleisch, Geflügel oder Fisch, bevor Sie verzehrfertige Lebensmittel anfassen. Dazu kommt der Wechsel zwischen verschiedenen Arbeitsgängen: Wenn Sie gerade rohes Hähnchen portioniert haben und als Nächstes den Salat anmachen, ist das Waschen Pflicht. Diese Momente sind in der Küche zahlreich, aber sie gehören zum Handwerk wie das Schärfen der Messer.

Der größte Irrtum in der Gastronomie ist der Glaube, dass Handschuhe das Händewaschen ersetzen. Das ist falsch. Handschuhe werden über sauberen Händen getragen – sie sind kein Schutz für dreckige Hände, sondern eine zusätzliche Barriere. Und sie müssen genauso oft gewechselt werden, wie man sich die Hände waschen würde. Ein Handschuh, der den ganzen Vormittag getragen wird, sammelt Schweiß und Keime an, und wenn Sie damit rohes Fleisch und dann den Salat anfassen, übertragen Sie die Keime genauso, als hätten Sie nackte Hände. Der Handschuh gibt ein falsches Sicherheitsgefühl. Die Regel lautet also: Handschuhe anziehen, Arbeiten erledigen, ausziehen, Hände waschen, neue Handschuhe anziehen – für jeden neuen Arbeitsgang.

Die Praxis in vielen Küchen sieht anders aus, das wissen wir. Handschuhe werden oft stundenlang getragen, und das Händewaschen wird auf ein Minimum reduziert. Doch genau hier setzt die Kontrolle an: Wenn Sie als Küchenchef die Regel konsequent vorleben und einhalten, wird das Team folgen. Sorgen Sie dafür, dass an jedem Arbeitsplatz ein Spender mit Flüssigseife und Einmalhandtüchern vorhanden ist, und dass die Handwaschbecken nicht mit Geschirr oder Tüchern zugestellt sind. Ein sauberes, gut ausgestattetes Handwaschbecken ist die beste Einladung zum Waschen.

Der Reinigungsplan zum Übernehmen

Ein brauchbarer Reinigungsplan beantwortet vier Fragen: was, womit, wie oft, wer. Wenn Sie diese vier Fragen für jeden Bereich Ihrer Küche beantworten können, haben Sie einen Plan, der von jedem Mitarbeiter umgesetzt werden kann – ohne Rückfragen, ohne Ausreden. Die folgende Tabelle ist eine Vorlage, die Sie direkt für Ihren Betrieb übernehmen und an Ihre Gegebenheiten anpassen können. Sie deckt die wichtigsten Bereiche ab, die in keiner Küche fehlen dürfen.

BereichWas wird gemachtWomitWie oftWer
Arbeitsflächenreinigen und desinfizierenReiniger, dann Flächendesinfektionnach jedem Arbeitsgang und am Schichtendejeder am Posten
Schneidebretterreinigen, desinfizieren, trocknenSpülmaschine oder Handspüle mit Desinfektionnach jeder Benutzungjeder am Posten
Bödenfeucht wischenBodenreinigertäglich am Schichtende, bei Verschmutzung sofortSpüle/Abwasch
Kühlräume und Kühlschränkeauswischen, Dichtungen prüfenReinigerwöchentlich, Dichtungen monatlichbenannte Person
Abzugshauben und FilterentfettenFettlöser, Filter in die Spülmaschinewöchentlichbenannte Person
Spüle und Abtropfbereichreinigen und desinfizierenReiniger, Desinfektiontäglich am SchichtendeSpüle/Abwasch
Ein Reinigungsplan als Tabelle an einer gefliesten Küchenwand, die rechte Spalte mit handschriftlichen Kürzeln und Daten abgezeichnet
Datum und Kürzel machen den Unterschied: ein abgezeichneter Plan ist Dokumentation — einer ohne Unterschriften nur Dekoration.

Ein Reinigungsplan, der nur an der Wand hängt, ist eine Absichtserklärung. Damit er wirklich funktioniert, muss jede erledigte Aufgabe abgezeichnet werden – mit Datum und Kürzel der Person, die sie ausgeführt hat. Das klingt banal, hat aber einen doppelten Effekt: Erstens zwingt es jeden Mitarbeiter, sich zu seiner Aufgabe zu bekennen, und zweitens schafft es eine Dokumentation, die Sie bei einer Kontrolle vorzeigen können. Ein Plan mit Unterschriften zeigt dem Kontrolleur, dass in Ihrem Betrieb Hygiene nicht nur behauptet, sondern gelebt wird — er ist ein Baustein der Basishygiene, auf der Ihr HACCP-Konzept aufbaut.

Die Rollen in der Tabelle sind bewusst nicht als Namen, sondern als Funktionen angegeben. „Jeder am Posten“ bedeutet, dass jeder Koch, der an einer Arbeitsfläche arbeitet, für deren Sauberkeit verantwortlich ist – nicht der Spüler, nicht der Azubi, sondern der, der gerade dort steht. „Benannte Person“ heißt, dass Sie als Küchenleiter eine bestimmte Person für den Kühlraum oder die Abzugshauben bestimmen, idealerweise mit einer Stellvertretung für den Urlaubs- oder Krankheitsfall. So bleibt die Verantwortung klar, auch wenn jemand ausfällt.

Der Plan sollte an einem zentralen Ort hängen, zum Beispiel in der Nähe des Zeitplans oder der Anwesenheitsliste, wo ihn jeder täglich sieht. Er sollte in Klarsichtfolie stecken, damit er abgewischt werden kann, und er sollte regelmäßig – etwa einmal im Quartal – überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Neue Mitarbeiter bekommen den Plan am ersten Tag erklärt, und niemand arbeitet in der Küche, bevor er nicht verstanden hat, wie der Plan funktioniert.

Reinigen ist nicht Desinfizieren (und die Reihenfolge zählt)

Reinigen entfernt sichtbaren Schmutz und Fett; Desinfizieren reduziert Keime auf ein unbedenkliches Maß – und wirkt nur auf gereinigten Flächen. Das ist der Kern des Unterschieds, und er ist so wichtig, dass er oft missverstanden wird. Wenn Sie eine Fläche mit einem Desinfektionsmittel behandeln, auf der noch Fettreste oder Speisereste liegen, dann dringt das Mittel nicht richtig ein, und die Keime in den Fettresten überleben. Die Desinfektion verpufft wirkungslos. Deshalb gilt die eiserne Reihenfolge: erst reinigen, dann desinfizieren.

Die Einwirkzeit ist der zweite Punkt, der häufig vernachlässigt wird. Jedes Desinfektionsmittel hat auf dem Etikett des Herstellers eine Angabe, wie lange es auf der Fläche einwirken muss, um seine volle Wirksamkeit zu entfalten. Das sind oft mehrere Minuten, in denen die Fläche feucht bleiben muss. In der Hektik des Küchenalltags wird das Mittel oft aufgetragen und sofort wieder abgewischt – dann hat es keine Chance. Lesen Sie das Etikett, schulen Sie Ihr Team, und sorgen Sie dafür, dass die Einwirkzeit eingehalten wird. Sie können die Zeit nutzen, um andere Arbeiten zu erledigen, aber die Fläche muss in dieser Zeit unangetastet bleiben.

Ein weiterer Punkt ist die Wahl des richtigen Mittels. Für die Küche brauchen Sie lebensmittelgeeignete Desinfektionsmittel, die für den Kontakt mit Lebensmittelflächen zugelassen sind. Diese Mittel sind in der Regel alkoholbasiert oder auf anderen Wirkstoffen aufgebaut, die schnell und rückstandsfrei verdunsten. Verwenden Sie niemals Mittel aus dem Haushalt oder aus dem Sanitärbereich, denn sie können Rückstände hinterlassen, die die Lebensmittel verunreinigen oder gesundheitsschädlich sind. Achten Sie auf die Zulassung und auf die Angaben des Herstellers.

Die Reihenfolge und die Einwirkzeit gelten für alle Flächen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen: Arbeitsflächen, Schneidebretter, Spülen, aber auch Türgriffe und Kühlschrankgriffe, die oft vergessen werden. Gerade diese Griffe sind Keimschleudern, weil sie von vielen Händen angefasst werden. Nehmen Sie sie in den Reinigungsplan auf, und behandeln Sie sie mit derselben Sorgfalt wie die Arbeitsflächen. In der Praxis zeigt sich, dass ein Team, das den Unterschied zwischen Reinigen und Desinfizieren verinnerlicht hat, auch konsequenter arbeitet – weil es versteht, warum die Reihenfolge zählt.

Betriebshygiene: das Drumherum, das Kontrolleure zuerst sehen

Die Betriebshygiene umfasst alle Maßnahmen, die Räume und Geräte betreffen – und sie ist das Erste, was ein Kontrolleur sieht, wenn er Ihre Küche betritt. Dazu gehört die Schädlingsprophylaxe: Fliegengitter an Fenstern und Türen, geschlossene Behälter für Lebensmittel und Abfälle, und die regelmäßige Kontrolle der Köderstationen durch einen zertifizierten Dienstleister. Schädlinge wie Mäuse, Ratten und Kakerlaken sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern übertragen Krankheitserreger und verunreinigen Lebensmittel. Ein Befall kann zur vorübergehenden Schließung Ihres Betriebs führen.

Der Müll ist ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird. Müllbehälter müssen geschlossen sein, und der Müll muss täglich hinausgebracht werden – nicht nur, wenn der Behälter voll ist. Ein überquellender Mülleimer in der Küche zieht Fliegen an, und Fliegen sind die reinsten Keimtransporter. Stellen Sie sicher, dass die Mülltonnen außerhalb der Küche stehen, idealerweise in einem separaten Raum oder an einem gut belüfteten Ort, und dass sie regelmäßig gereinigt werden. Auch der Bereich um die Mülltonnen gehört zur Betriebshygiene – er muss sauber und frei von Ungeziefer sein.

Ein Detail, das viele überrascht, ist das Verbot von Kartons in Kühlräumen. Kartons bringen aus dem Transport Keime und Feuchtigkeit mit, die sich in der Kälte ausbreiten und auf Lebensmittel übergehen können. Sie sind außerdem ein ideales Versteck für Schädlinge. Deshalb gilt: Lebensmittel aus den Kartons auspacken und in saubere, verschließbare Behälter umfüllen, bevor sie in den Kühlraum kommen. Die Kartons gehören in den Papiercontainer, nicht in die Kühlung. Diese Regel wird oft vergessen, aber sie ist ein Zeichen für ein durchdachtes Hygienekonzept.

Kehren wir zum Schluss zurück zu unserem Azubi vom Anfang. Zwei Wochen später sehen Sie ihn wieder – und er ist nicht wiederzuerkennen. Die Nägel sind kurz und sauber, die Armbanduhr liegt im Spind, das Handy bleibt in der Tasche, und er trägt eine blaue Kopfbedeckung, die seine Haare vollständig verdeckt. Er hat gelernt, warum das blaue Pflaster blau ist, und er kann es dem nächsten Neuen erklären, der am ersten Morgen mit lackierten Nägeln kommt. Sie haben ihm nicht nur Regeln beigebracht, sondern ein Verständnis für die drei Hygienebereiche – und damit den Grundstein für eine sichere Küche gelegt, in der Gäste und Mitarbeiter gleichermaßen geschützt sind.

Der Hygieneplan Ihrer Küche, Posten für Posten

Die Regeln sind universell — der Plan, der daraus wird, muss Ihre Küche beschreiben: Ihre Posten, Ihre Geräte, Ihre Schichten und die Person, die abzeichnet.

Auf deapp.aichef.pro finden Sie mehr als 50 KI-Werkzeuge von AI Chef Pro für Küchenchefs und Gastronomen; für diese Aufgabe begleitet Sie der Profi Restaurantmanager: Beschreiben Sie ihm Ihre Küche und Ihre Abläufe, und bauen Sie gemeinsam Ihren Reinigungsplan, Ihre Schulungsroutine und Ihre Checklisten fürs Onboarding.

Ihr nächster Schritt

Drucken Sie den Muster-Reinigungsplan aus, passen Sie die Spalte „Wer" an Ihre Brigade an und hängen Sie ihn mit einem Stift daneben auf. Und beim nächsten Onboarding: das Blatt mit den drei Hygienebereichen, die Tabelle der acht Regeln und die Geschichte vom blauen Pflaster — mehr braucht der erste Tag nicht. Und welche Belehrungen und Schulungen dabei wirklich Pflicht sind, sortiert der Artikel zur LMHV.

Häufig gestellte Fragen

Was gehört alles zur Personalhygiene?

Zur Personalhygiene zählen gründliches Händewaschen zu Arbeitsbeginn, nach Pausen, nach dem Toilettengang und zwischen rohen und verzehrfertigen Lebensmitteln. Sie tragen kurze, unlackierte Fingernägel und saubere, nur im Betrieb getragene Arbeitskleidung mit Kopfbedeckung. Schmuck und Uhren – auch Eheringe – sind tabu. Wunden decken Sie wasserdicht mit blauem, detektierbarem Pflaster ab. Bei Durchfall oder Erbrechen arbeiten Sie nicht mit offenen Lebensmitteln. Essen, Trinken und Rauchen sind nur in den vorgesehenen Bereichen erlaubt.

Welche 3 Hygienebereiche gibt es?

In der Lebensmittelhygiene unterscheiden wir drei Bereiche: Personalhygiene – der Mensch als Träger von Keimen; Lebensmittelhygiene – der sichere Umgang mit dem Produkt, von der Lieferung bis zum Anrichten; und Betriebshygiene – die Sauberkeit von Räumen, Geräten und Oberflächen. Diese Einteilung ist für die Küche praxistauglich. Die kursierenden Listen mit 5, 6 oder 10 Regeln und die sogenannten Säulen stammen meist aus Pflege und Medizin. Eine amtlich festgelegte 10-Regeln-Liste für die Gastronomie gibt es nicht.

Was sind die 10 wichtigsten Hygieneregeln?

Eine offizielle Liste mit genau 10 Regeln existiert nicht. Die wichtigsten Regeln lassen sich aber aus den drei Hygienebereichen ableiten: 1. Händewaschen zu den richtigen Zeitpunkten. 2. Kurze, unlackierte Fingernägel. 3. Saubere, betriebseigene Arbeitskleidung. 4. Kopfbedeckung tragen. 5. Kein Schmuck oder Uhren. 6. Wunden wasserdicht abdecken. 7. Bei Krankheit nicht mit offenen Lebensmitteln arbeiten. 8. Arbeitsflächen nach jedem Arbeitsgang reinigen. 9. Lebensmittel getrennt lagern. 10. Reinigungsplan sichtbar abzeichnen.

Warum müssen Pflaster in der Küche blau sein?

Blaue Pflaster sind der Standard der Lebensmittelbranche, weil kein natürliches Lebensmittel blau ist. Fällt ein Pflaster ab, entdecken Sie es sofort auf dem Schneidebrett oder im Gericht. Zusätzlich sind diese Pflaster detektierbar – sie enthalten einen Metallstreifen, der in Betrieben mit Metalldetektor gefunden wird. Die wasserdichte Schicht verhindert, dass Keime aus der Wunde in Lebensmittel gelangen. So schützen Sie Ihre Gäste und erfüllen die Anforderungen der Lebensmittelhygiene.

Wie oft muss in einer Restaurantküche gereinigt werden?

Arbeitsflächen und Schneidebretter reinigen Sie nach jedem Arbeitsgang beziehungsweise jeder Benutzung. Böden und Spülbereich werden täglich am Schichtende gereinigt. Kühlräume sowie Abzugshauben und Filter sind wöchentlich dran. Dabei gilt: erst reinigen, dann desinfizieren. Hängen Sie den Reinigungsplan sichtbar auf und zeichnen Sie jede Reinigung mit Datum und Kürzel ab. So bleibt die Küche nachvollziehbar sauber und Sie dokumentieren Ihre Sorgfaltspflicht.

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